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„Alle machen Facebook – ich will auch Facebook machen!“ Das ist ein Satz, den ich häufiger von Einzelunternehmern höre. Viele machen sich Gedanken darüber, ob auch sie ihre Unternehmung in den sozialen Netzwerken präsentieren sollen. Das erste, was ihnen dabei einfällt, ist Facebook, denn das ist wirklich das in Deutschland bekannteste soziale Netzwerk.

Doch ist es wirklich sinnvoll, dass jetzt jedes Unternehmen in soziale Netzwerke stürmt? Wo liegen die Vorteile für das Unternehmen? Aber vor allem: Wer nutzt überhaupt soziale Netzwerke und wozu? Welche Kennzahlen können einem Erfolg zu Grunde gelegt werden?

Mit dem folgendem Beitrag will ich Sie darin unterstützen, die Frage nach der Sinnhaftigkeit der sozialen Medien für Ihr Unternehmen zu beantworten.

1.) Die Zielgruppe

Wir hören es auf allen Kanälen: 80% der Deutschen surfen im Internet, wovon weitere 70% das Internet mobil, also per Smartphone nutzen. Und was machen die Internet-Surfer? 70% aller Internet-Nutzer sind mindestens in einem sozialen Netzwerk angemeldet.Der größte Nutzerzuwachs liegt aktuell bei 50-70jährigen.

Das bedeutet für Ihr Unternehmen, dass Sie sich genau anschauen müssen, wer Ihre Zielgruppe ist:

  • Wie viele Ihrer Kunden nutzen privat ein Smartphone?
  • Wie internet-affin sind Ihre Kunden?
  • Was wissen Sie über das Einkaufsverhalten Ihrer Kunden? Kaufen sie auch online?
  • Welche Kommunikationsmittel nutzen Ihre Kunden? Telefonieren sie oder schreiben sie lieber eine Email?
  • Lesen Ihre Kunden Bücher oder e-Reader?

Wenn sich Ihre Kunden also in den sozialen Netzwerken bewegen, ist das ein erstes Indiz dafür, dass es Sinn machen könnte, sich und das eigene Unternehmen in den sozialen Netzwerken zu präsentieren.

2.) Das eigene Interesse an den sozialen Netzwerken

Wie stehen Sie persönlich zu sozialen Netzwerken?

Wie stehen Sie persönlich zu sozialen Netzwerken?

Gehen wir davon aus, dass Ihre Zielgruppe deutlich internet-affin ist und sich auch stark am Austausch in den sozialen Netzwerken beteiligt. Dann stellt sich als nächstes die Frage, wie es eigentlich mit Ihnen aussieht!

Gerade als Einzel- und Kleinunternehmer muss man sich sehr viel mehr mit der Unternehmenskommunikation beschäftigen als größere Unternehmen, die dafür entweder Profis angestellt oder engagiert haben. Ich empfehle nicht jedem Unternehmer, sich selbst an Facebook, Google+ und Instagram zu versuchen, aber ein Grundverständnis und vielleicht sogar die private Nutzung helfen unglaublich viel bei der Bewertung von sozialen Netzwerken.

  • Haben Sie ein privates Profil bei einem oder mehreren sozialen Netzwerken?
  • Kennen Sie die Grundregeln der sozialen Netzwerke?
  • Nutzen Sie die sozialen Netzwerke vielleicht sogar schon beruflich?
  • Haben Sie Lieblingsprofile von anderen Unternehmen, völlig unabhängig, ob sie in Verbindung mit Ihrem eigenen Unternehmen stehen?
  • Macht Ihnen das soziale Netzwerken auch noch Spaß?

Wenn Sie es noch nie probiert haben, dann sollten Sie sie es nun an dieser Stelle wirklich wagen: Melden Sie sich bei dem sozialen Netzwerk an, das Ihnen persönlich am spannendsten erscheint und machen Sie erste Erfahrungen im Suchen, Folgen, Liken und Diskutieren. Nur so bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie die Kommunikation in den sozialen Netzwerken tatsächlich funktioniert!

3.) Ist Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen fit für die sozialen Netzwerke?

Bisher haben wir uns Ihre Zielgruppe angesehen und Ihr eigenes Nutzerverhalten in den sozialen Netzwerken. Jetzt ist Ihr Unternehmen an der Reihe: Kann Ihr Unternehmen in den sozialen Netzwerken einen Mehrwert für Ihre Kunden bereit stellen?

  • Welche Geschichten können rund um Ihr Unternehmen und Ihre Produkte publikumswirksam erzählt werden?
  • Welche Themen sind für deine Zielgruppe relevant und stehen in irgendeiner Form mit deinem Unternehmen in Verbindung?
  • Können die Kunden vielleicht sogar in Prozesse, wie zum Beispiel die Produktentwicklung oder -gestaltung, mit einbezogen werden?
  • Wie populär sind die Produkte? Sind sie ultra-modern und gerade top angesagt oder sind es „Classics“?
  • Sind die Produkte eher aus der Massenproduktion oder liebevoll erstellte Einzelstücke?

Es gibt sicher noch ganz viele Fragen, die man an dieser Stelle beantworten kann und sollte. Mit dieser kurzen Liste will ich Ihnen aber einen kleinen Eindruck geben, dass Ihr Unternehmen und Ihre Produkte ebenfalls eine ganz große Rolle spielen, wenn Sie vor der Überlegung stehen, in den sozialen Netzwerken aktiv zu werden. Denn es nutzt Ihnen nichts, wenn Sie sich in den sozialen Netzwerken mit Ihrem Unternehmen engagieren, aber nicht über Ihr Unternehmen und seine Produkte sprechen.

4.) Wie sieht es mit den Ressourcen aus?

Wie viel Zeit benötigt Social Media?

Wie viel Zeit benötigt Social Media?

Als Einzel- oder Kleinunternehmer ist man Generalist und kümmert sich um viele Dinge selbst. Neben Tätigkeiten, die zu direktem Umsatz führen, müssen Sie sich mit vielen Arbeiten beschäftigen, die vor allem eines kosten: Nämlich Ihre Zeit.

Auch bei den sozialen Netzwerken werden Sie die Erfahrung machen, dass Sie Zeit investieren müssen, bis Sie sich auch dort etabliert haben. Wie viel Zeit das kostet, ist individuell und hängt von sehr vielen Faktoren ab. Generell kommt anfangs einiges an Konzeption auf Sie zu, für die Sie sich Zeit und Raum nehmen sollten. Ist das Setup ordentlich erarbeitet, wird es ein leichtes sein, eine Routine zu entwickeln, die Ihnen dann auch Zeitersparnisse bescheren wird.

Dennoch sollten Sie sich auch hier einigen Fragen stellen:

  • Wie viel Zeit können und wollen Sie regelmäßig in Ihre Social Media-Aktivitäten investieren?
  • Wie viel Budget wollen Sie für Ihren Social Media-Auftritt bereit stellen?
  • Wie wollen Sie die Konzeption angehen: Mit externer Beratung oder Marke Eigenbau?
  • Haben Sie selbst genügend Wissen und Erfahrung, um eine Betreuung der Präsenzen zu gewährleisten?
  • Wollen Sie die Betreuung selbst übernehmen oder wollen Sie sie auslagern?
  • Haben Sie vielleicht eine (kostengünstige) Unterstützung in Aussicht?

Bleiben Sie an dieser Stelle zuversichtlich: Nicht jedes Unternehmen muss Social Media alleine stemmen. Kleine wie auch große Unternehmen nutzen immer wieder Berater, mit denen sie neue Konzepte erarbeiten oder bestehende Konzepte verfeinern. Häufig ist ein externe Betreuung der Social Media Kanäle durchaus möglich. Fragen Sie bei Agenturen und Freelancern nach Angeboten und treffen Sie sich zum Austausch mit Unternehmern, die bereits in den sozialen Netzwerken aktiv sind. Hier können Sie häufig von den Erfahrungen profitieren und wissen dann vielleicht schon, worauf Sie beim weiteren Vorgehen achten müssen.

5.) Was wollen Sie mit und in den sozialen Netzwerken erreichen?

Für viele ist der Begriff "Content Marketing" mit einem großen Fragezeichen verbunden.

Was ist Ihr Ziel?

Sie wollen immer noch Social Media machen? Gut, dann geht es nun ans Eingemachte: Was sind Ihre Ziele? Wenn ich Interessenten diese Frage stelle, erhalte ich eigentlich immer nur zwei unterschiedliche Antworten:

  • Die einen sagen: „Na, ist doch klar, ich will mehr verkaufen!“
  • Die anderen sagen: „Ähm. Ziele? Darüber habe ich mir noch gar nicht so richtig Gedanken gemacht. Welche gibt es denn?“

Mit Social Media kann man vieles erreichen, aber Social Media wird Ihnen nicht den vielleicht erhofften Reichtum bescheren. Alle Unternehmensaktivitäten in den sozialen Netzwerken sind mehr Kommunikationsmittel als Werbung. Das bedeutet, dass Sie mit Social Media Ihre Kunden deutlich enger an Ihr Unternehmen binden können, dass Interessenten über die sozialen Netzwerke zu Ihnen finden und irgendwann auch mal Kunden werden. Die Online-Reputation Ihres Unternehmens wird mit zunehmender Zeit und Interaktion mit Ihren Kunden deutlich gewinnen und es wird sich insgesamt auf Ihr Image auswirken. In den Sozialen Netzwerken können Sie Vertrauen bei Ihren Kunden gewinnen, indem Sie Ihre Kunden mit für sie relevanten Zusatzinformationen versorgen und mit ihnen in den Dialog treten, sie nach ihrer Meinung fragen und ihnen ab und an eine besondere Freude machen (das kann auch dann ab und zu exklusive Werbeangebote sein).

Schauen Sie mal, welche der folgenden Ziele für Sie und Ihr Unternehmen interessant sein könnte:

  • Steigerung der Bekanntheit der Marke/ des Produkts/ des Unternehmens
  • Bindung der Kunden an das Unternehmen
  • Word of Mouth Marketing – Mundpropaganda (Hier finden Sie die Definition auf wikipedia)
  • Neukundengewinnung
  • Service und Support für die Kunden
  • Marktforschung
  • Recruiting

Haben Sie Ziele für sich finden können? Es gibt noch jede Menge anderer Ziele, die sich je nach Unternehmen mehr oder weniger anbieten. Sie sollten sich sehr genau überlegen, welches Ziel Sie in den sozialen Medien verfolgen wollen, denn danach richtet sich dann auch Ihre Strategie und die kann ganz unterschiedlich sein.

Wichtig ist es, zu verstehen, dass nicht jeder Euro, der in den Aufbau und die Betreuung einer Social Media Präsenz investiert wurde, direkt Einfluss auf den Umsatz hat. Langfristig betrachtet wird eine gute Social Media-Strategie zu Ihrem Unternehmenserfolg beitragen, kurzfristige Wunder sind eher unwahrscheinlich. Dennoch lohnt es sich, mit seinen Kunden in einem engen Kontakt zu stehen und direkt zu erfahren, was sie bewegt. So können Produkte und Dienstleistungen entstehen, die direkt auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten sind und so sehr viel leichter verkauft werden können.

Wenn Sie nun so weit gekommen sind, dann schauen Sie sich in den sozialen Netzwerken um. Eine Übersicht über die wichtigsten Netzwerke finden sie hier. Suchen Sie nach der Konkurrenz und beobachten sie ein wenig. Suchen Sie nach anderen spannenden Profilen und Seiten und finden Sie heraus, was Sie sich für Ihr Unternehmen vorstellen könnten. Erst dann sollten Sie den nächsten Schritt machen und sich einen Berater für die Konzeption suchen.

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